Als XML-Austauschformat für Bordnetzdaten ist FIBEX relational modelliert. Bordnetzdaten sind heutzutage komplex und hoch vernetzt. Der Inhalt praxisrelevanter FIBEX-Dateien ist ohne entsprechende Toolunterstützung nur schwer zu fassen.
Um den Vernetzungskontext einer Entität zu überblicken, sind oft mehrere Verlinkungsebenen zu traversieren. Die Anzahl zu betrachtender Elemente potenziert sich dabei nicht selten in den dreistelligen Bereich. Der FIBEXplorer trägt diesem Umstand Rechnung durch transparente Auflösung und Einbettung aller Referenzen.
Das Werkzeug fokussiert
zunächst auf klassische Viewer-Aufgaben wie die Wiedergabe
hierarchischer Datenstrukturen. Seine Fähigkeit zur Linkverfolgung macht ihn zu einem vielseitigen und komfortablen
Datenbrowser. Mit benutzerdefinierten Working Sets behält man auch in großen Datenbasen jederzeit den Überblick. Ein Import-Wizard hilft dem Anwender den für ihn relevanten Ausschnitt aus Bus-Topologie und Tx/Rx-Daten auszuwählen. Zugehörige Elemente werden für die UI-Darstellung markiert, nicht zugehörige Elemente (optional) von der Anzeige ausgeschlossen.
Im Smart-Navigator präsentiert der
FIBEXplorer alle wesentlichen FIBEX-Elemente in einem Navigationsbaum
bei transparenter Auflösung und Einbettung ihrer
Elementreferenzen. Auf jedem Element steht dem Anwender (optional) der komplette Vernetzungskontext -
unterteilt in Vorwärts-, Rückwärts- und Datenkontext - zur Verfügung. Das außerordentliche Konzept der Clustered
Navigation unterstützt den Anwender beim simultanen
Traversieren ganzer Elementbündel über beliebige
Verlinkungsebenen. Ausgehend von konkreten Ausgangsdaten
(Startkontext) wechselt der Anwender in die zugehörige
Formatbeschreibung um dort zu navigieren. Jeder dort ausgeführte
Navigationsschritt wird vom FIBEXplorer unmittelbar auf dem
Startkontext (Ausgangsdaten) nachvollzogen.
Dem Anwender wird darüber hinaus ein mächtiges
Reportiore an Abfrage- und Analysefunktionen zur Seite gestellt: Kombination von Vorwärts- und
Rückwärtsnavigation mit Clustered
Navigation erlaubt die Filterung von Elementgruppen nach ihrem Vernetzungskontext. Fragestellungen wie „Welche ECUs empfangen FRAMEs mit dem SIGNAL xy?“ oder „Welche PDUs werden von am CHANNEL angeschlossenen ECUs erwartet?“ werden mit wenigen
Mausklicks beantwortet. Die Ausweitung auf Properties eröffnet
weitergehende Abfragemöglichkeiten, wie „Welche von
einer ECU gesendeten FRAMEs haben den Frame-Type service?".
Mergefunktionen der [Result]-View unterstützen den Anwender bei komplexeren Fragestellungen, wie
„Welche FRAMEs haben keinen
Sender?“ oder „Welche PDUs von CHANNEL A werden auch auf CHANNEL
B transportiert?“. Überblick über größere Datenmengen erhält
der Anwender in den tabellarische Übersichten des Elementbrowsers. Instance-Tables zeigen Datenelemente
als Tabellenzeilen und die zugehörigen Eigenschaften in
sortierbaren Tabellenspalten. Im Transposed Tree können
beliebige Vernetzungsmatrizen aufgespannt werden, was neben
einer schlichten Gruppierungen von Elementen nach Eigenschaftswerten
auch kommunikationsrelevante Darstellungen (etwa Verteilung von PDUs auf Sender-Steuergeräte) erlaubt.
Zu den komplexesten und mächtigsten Hilfsmitteln des FIBEXplorers zählen zweifelsohne benutzerdefinierte Working Sets. In der Praxis interessiert man sich häufig für den Umgang diverser Komponenten mit ausgewählten Daten bzw. die Verarbeitung gegebener Daten durch ausgewählte Akteure. Sukzessive Reduktion aktiver Working Sets erlaubt die hierfür notwendige Interaktion von Top-Down- und Bottom-Up-Analyse. Durch Fokussierung auf gewünschte Steuergeräte und anschließende Reduktion auf ausgewählte PDUs untersucht der Anwender beispielsweise mühelos die Partizipation einer PDU an der Kommunikation zweier (oder mehrerer) Steuergeräte.
Dem Anwender werden mit dem FIBEXplorer
UI-gestützte Abfragemöglichkeiten an die Hand gegeben, wie
sie derzeit nur in einigen Visualisierungstools für relationale
Datenbanken zu finden sind. Der FIBEXplorer wird dadurch zu einem
faszinierenden Analysewerkzeug für relationale XML-Daten. XML-Kenntnisse bzw. Kenntnis von Abfragesprachen wie SQL, XPath oder XQuery sind nicht notwendig.
Im Unterschied zu herkömmlichen Datenviewern, versucht der FIBEXplorer nicht die relationale Modellierung der FIBEX-Daten zu verbergen. Eine intuitive, komfortable und datenorientierte Oberfläche bietet dem Anwender stattdessen kompetente Hilfestellung bei der Aneignung, Durchsicht und Auswertung praxisrelevanter FIBEX-Daten. Die Benutzerschnittstelle des FIBEXplorers folgt
einem minimalistischen Ansatz: Wenige leistungsfähige Features
lassen sich dank ihrer durchgängigen Umsetzung beliebig
kombinieren. Die außerordentliche Mächtigkeit des
Werkzeugs entsteht dabei aus der Vielzahl der
Kombinationsmöglichkeiten unabhängig vom aktuellen Kontext. Die Vielschichtigkeit des Werkzeugs als Datenviewer, Datenbrowser und
Analysetool wird von einer intuitiven und adaptiven
Benutzerschnittstelle getragen, welche Einsteigern und Experten
gleichermaßen gerecht wird.
Bereits die Basisvariante des neuen FIBEXplorers
nimmt für sich die vollständige Umsetzung des FIBEX V3.0
Standards in Anspruch. Neben FlexRay, TTCan und LIN umfasst dies den
vollständigen MOST-Standard und die Darstellung
busübergreifender Gatewaymodelle. Ein ausgereiftes PlugIn-Konzept ergänzt dieses Fundament um bordnetzspezifische
Erweiterungen und zusätzliche Analysefunktionen: Eine Fülle druckreifer FIBEX-Reports wird vom Reporting-PlugIn beigesteuert: Neben der FleyRay-Parametrierung von Busanschlüssen
sind hier insbesondere Schedule- und Layout-Darstellungen
hervorzuheben. Das Communication-PlugIn erweitert
den FIBEXplorer um eine Tx-Rx-Perspektive, welche dem
Anwender eine vereinfachte, auf Steuergeräte fokussierte
Sichtweise bietet: Der zugehörige Tx-Rx-Navigator ergänzt die vertikalen Navigationsmöglichkeiten des
Smart-Navigators (übergeordnet/untergeordnet) um eine
horizontale Navigation (gesendet/empfangen), was die
steuergeräteübergreifende Verfolgung von Signal- und
Nachrichtenpfaden ermöglicht.
Die umfangreichen Analysefähigkeiten des
FIBEXplorers werden mit dem Compare-PlugIn komplettiert. Nach dem Vergleich von zwei FIBEX-Dateien wird das Ergebnis im
Hauptnavigator mit den üblichen Navigationsmöglichkeiten
bereitgestellt: Hinzugekommene, weggefallene oder geänderte
Elemente werden zusammen mit ihrem vollständigen Vorwärts-
Rückwärts- und Datenkontext angezeigt. In Smart-Navigator bzw. Tx-Rx-Navigator können alle von einer
Datenänderung betroffen Elemente ermittelt werden. Damit werden
Auswirkungen auf zugehörige Vernetzungs- bzw.
Kommunikationskontexte schnell ersichtlich, was den Anwender nicht unerheblich bei
der Beurteilung von Kompatibilitätsaspekten unterstützt.